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Schinkel besucht seine Schwester in Ruppin

Schinkel besuchte um diese Zeit jährlich seine Schwester in Ruppin und kam auch mal ins Haus meines Vaters, was darin seinen Grund haben mochte, daß eine Nichte von ihm mit einem Bruder meiner meiner Mutter verheiratet war. Trotz meiner Jugend ist mir doch seine Erscheinung unvergeßlich im Gedächtnis geblieben.

Einige Jahre später saß ich, eine Nacht hindurch, mit Christian Rauch im Postwagen zusammen (zwischen Halle und Potsdam), und auch seine Züge prägten sich mir mir ein, ja, ich erinnere mich noch einiger seiner Gespräche. Durch einen Ruppiner Landsmann, der in seinem Atelier Dienste tat, fand ich Gelegenheit, seine Werkstatt zu besichtigen und bekam sogar die Rauchsche Goethestatuette geschenkt, die ich nun, wie ein Kleinod, mit heimnahm und während der Nachtfahrt von Berlin nach Ruppin in dem unbequemen Marterwagen keinen Augenblick aus den Händen ließ. Die Statuette, die ich noch besitze, habe ich oft, wenn ich aus der Schule nach Hause kam, mit Freude betrachtet.

Als Sekundaner benutzte ich die Ferien, um, der Sixtinischen Madonna halber, zu Fuß nach Dresden zu wandern. Ich hatte gelesen, daß das Bild von Raphael das schönste der Welt wäre. Welch Genuß mußte es sein, dasselbe zu sehen! Bilder auch zu verstehen, schien mir selbstverständlich. Ich war daher verwundert, daß mir andere Bilder der Galerie noch besser gefielen. Sie lagen wohl meinem Verständnis näher. Und als etwas Eigentümliches muß ich es auch ansehen, daß mir die Elginschen Abgüsse der Parthenonfiguren des Phidias schon damals einen sehr großen Eindruck machten. Vielleicht trug die Liebe für klassisches Altertum, die der Direktor des Ruppiner Gymnasiums, Professor Dr. Starke, uns einzuflößen verstanden hatte, nicht unwesentlich dazu bei, desgleichen die häufige Lektüre Lessings, Goethes und besonders Winkelmanns, dessen Geschichte der griechischen Kunst ich damals mit Vorliebe studierte.

Etwas später, als Primaner, Primaner, reiste ich in den Ferien nach Kopenhagen, um Thorwaldsens Werke kennenzulernen. Bis Lübeck ging es zu Fuß. Dort empfing ich, angesichts der schönen Kirchen und Rathäuser, zuerst eine Ahnung mittelalterlicher Kunst.

Die heimatliche Mark, so großen poetischen Genuß sie auch durch ihre Seen, Wälder und Wiesen gewähren kann, ist doch andererseits nicht geeignet, uns die Romantik des Mittelalters nahezubringen. Daher blieb mir denn auch bis ins ins reifere Mannesalter hinein die strenge Kunst (die recht eigentlich vaterländische) der Dürer und Holbein fremd. Jetzt freilich glaube ich zu verstehen, daß die Holbein, Dürer und van Eyck auch ein Höchstes in der Kunst geleistet haben. Bessere Zeichnungen, das heißt charakteristischere, als die Porträts von Holbein in Basel, kann ich mir in ihrer Art nicht vorstellen.

Ehe ich das Abiturientenexamen nicht gemacht, durfte ich auch Ruppin nicht verlassen. Nun aber war der Moment der Freiheit da. Ich erinnere mich noch des seligen Gefühls, als ich im Postwagen saß und meiner Vaterstadt Lebewohl gesagt hatte. Mit den übrigen Personen, die den Postwagen füllten, ein Wort zu sprechen, war mir unmöglich, und ich mußte Bemerkungen über mein schroffes und unliebenswürdiges Wesen mit anhören. Die Leute hatten ganz recht; aber ich war in meinen Gedanken zu glücklich, um an ihrem Geplauder Gefallen finden zu können."

Quellenangaben:
Theodor Fontane
Wanderungen durch die Mark Brandenburg
Johann Christian Gentz
Die Grafschaft Ruppin 1859 bis 1861
Wohlfeile Ausgabe von 1892

 


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Mineralquellen und Bäder, Hubertusbad im Bodethale.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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in Elmen, Hubertusbad im Bodethale bei der Roßtrappe, Ilsenburg, Quedlinburg, Aschersleben, Schleusingen, Tennstädt, Bibra, Giebichenstein, Kösen, Lauchstädt, Niestädt, Werben, Wiehe. Die Einwohner bewohnen 143 Städte, 29 Marktflecken u. 2991 Dörfer, sind deutschen (wenig wendischen) Ursprunges u. unterhalten in den Städten Industrie, bes. in Wolle, Baumwolle, Leinwand, Band, Tabak, Stärke, Leder, Porzellan-, Steingut-, Eisen- u. Stahlwaaren, Zuckerraffinerie, Branntweinbrennerei (Nordhausen), Bierbrauerei. Den Handel begünstigen die schiffbaren Flüsse Elbe, Saale, Unstrut u. Werra, der Plauesche Kanal, die vielen Kunststraßen u. Eisenbahnen (die Magdeburg-Leipziger mit Zweigbahn von Schönebeck nach Staßfurt; die Magdeburg-Halberstädter; die Magdeburg-Wittenbergische; der größte Theil der Berlin-Potsdam-Magdeburger; die Linien Jüterbogk-Riesa, Jüterbogk-Wittenberg-Bitterfeld, Bitterfeld-Halle u. Bitterfeld-Leipzig der Berlin-Anhaltischen Bahn, ein Theil der Thüringer Bahn [Halle-Gerstungen] mit den Zweigbahnen von Corbetha nach Leipzig u. von Weißenfels nach Gera). Gott erhörte das Seufzen u. Weinen derer, die in der Burgkapelle auf den Knieen lagen u. die Hände emporhoben. Er ließ wohlgeraten die Arbeit der munteren Weiber, die aus dem tiefen Brunnen (denn das Röhrwasser der künstlichen Wasserleitung hatten die Feinde zerstört und abgeschnitten) Wasser zum Löschen trugen, u. der Männer, die Wasser ins Feuer gossen. Ja, er selbst half löschen u. gab vom Himmel einen gnädigen Regen. Und so ward die Flamme gedämpft, das Herz des Schlosses erhalten, u. obwohl in der Stadt einige verwundet u. getötet, desgleichen vom Feuer ergriffen u. vom Rauche erstickt worden waren, so ist doch auf dem Schlosse keiner Person Leid widerfahren. Was war es aber für ein schrecklicher Anblick, da der Feind sich unsichtbar gemacht u. die verarmten Leute vom Schlosse u. von den Feldern auf den Brandstätten zusammenkamen! Nichts war jammernswerter, als der Anblick so vieler Leichen u. der Verlust an Eltern, Ehegatten u. allernächsten Freunden. Unzählige Thränen flossen aus den Augen aller, u. wer noch des andern Tages sich auf den Gassen umsehen wollte, konnte mit unbedeckten Füßen auf dem erhitzten Pflaster nicht fortkommen. Der staunende Postknecht erhält nun die Weisung, nur zuzugreifen. Das tut dieser auch und füllet mit Goldstücken und Edelsteinen seine Taschen. Dann springt er aber vor freudiger Erregung auf das graubärtige Männlein zu, erfaßt dessen eiskalte Hand und ruft überglücklich aus: Ich danke Euch! Doch, o weh! Da geschieht plötzlich ein donnerähnlicher Krach. Der Mönch verschwindet und stößt Klagerufe aus. Das Gewölbe bebt. Die Erde zittert. Der leichtfertige Postknecht aber wird von unsichtbaren Händen erfaßt und fortgeschleudert, so daß er besinnungslos am Boden liegen bleibt. Als der Unvorsichtige aus seiner Ohnmacht erwachte, lag er draußen am Berge auf einem Feldrande. Jenseits des Grabens standen ruhig die Pferde mit dem Postwagen. Die Straßenbäume warfen eigentümliche, fast gespenstische Schatten. Der Postknecht raffte sich auf, in seinen Gliedern fühlte er furchtbaren Schmerz. Nur mit Müh und Not erkletterte er wieder seinen Kutschbock. Nun fuhr er in das Dorf hinein, wo man ihn längst erwartet hatte. Über das Erlebte schwieg er. Am andern Morgen findet er in seinen Taschen anstatt der Edelsteine und Goldstücke Lehmklumpen und kleine Feldsteine. So hatte der arme Postknecht durch seinen wohlgemeinten Dank das ihm winkende Glück verscherzt. Er ist seit jener Nacht noch oftmals am Kapellenberge, ein lustiges Stücklein blasend, vorübergefahren, aber den Gang zu dem im Berge verborgenen Schatze hat er nicht wieder gesehen. […]

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Dichter lobt den Wein.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Mit Ehren, Wein, von dir bemeistert, und deinem flüß'gen Feu'r begeistert, stimm ich zum Danke, wenn ich kann, ein dir geheiligt Loblied an. Doch wie? in was für kühnen Weisen werd' ich, o Göttertrank, dich preisen? Dein Ruhm, hör' ihn summarisch an, ist, daß ich ihn nicht singen kann. Der trunkne Dichter lobt den Wein. Die Hügel am Fuße der Berge sind mit Wein bebaut. Ich habe es oft zu zehn Fuß hoch gesehen. Eine milde, sanfte Luft füllte die Gegend. Die zaselige männliche Blüte ist noch nicht abgeschnitten, wie es geschieht, wenn die Befruchtung eine Zeitlang vorbei ist. Hier wendet sich die Etsch wieder gegen Mittag. Von steilen, bis auf eine ziemliche Höhe angebauten Bergen umgeben, ist es gegen Mittag offen, gegen Norden von den Tiroler Bergen ge deckt. Nun erblickte ich endlich bei hohem Sonnenschein, nachdem ich wieder eine Weile nordwärts gefahren war, das Tal, worin Bozen liegt. Über lange, niedrige Lauben sind die Stöcke gezogen, die blauen Trauben hängen gar zierlich von der Decke herunter und reifen an der Wärme des nahen Bodens. Des Königs Wangen leuchten Glut; Im Wein erwuchs ihm kecker Muth. Die Magier kamen, doch keiner verstand Zu deuten die Flammenschrift an der Wand. Und er leert ihn hastig bis auf den Grund, Und rufet laut mit schäumendem Mund: Jehovah! dir künd ich auf ewig Hohn, Ich bin der König von Babylon! Belsatzar ward aber in selbiger Nacht Von seinen Knechten umgebracht. Das gellende Lachen verstummte zumal; Es wurde leichenstill im Saal. Und der König ergriff mit frevler Hand Einen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand. Die Knechtenschaar saß kalt durchgraut, Und saß gar still, gab keinen Laut. Und sieh! und sieh! an weißer Wand Da kams hervor wie Menschenhand; Und schrieb, und schrieb an weißer Wand Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand. Und er brüstet sich frech, und lästert wild; Die Knechtenschaar ihm Beifall brüllt. Der König rief mit stolzem Blick; Der Diener eilt und kehrt zurück. Er trug viel gülden Geräth auf dem Haupt; Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt. Der König stieren Blicks da saß, Mit schlotternden Knien und todtenblaß. Doch kaum das grause Wort verklang, Dem König wards heimlich im Busen bang. […]

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