Reisen und Erholung - TopReiseBilder aus Sachsen - Deutschland - Europa

Top-Reisen-Erholung-Bilder

Spanien Weltmacht Frauen Sprache Gastfreundschaft

Ausflugsziele - Reisen - Erholung - Top-Reise-Bilder aus Sachsen - Deutschland - Europa

Volksleben, Tänze, Zigeunertreiben, blutigen Stierkämpfe, Hingabe der Frauen, Komödie und Posse, Gastfreundschaft, dazu die Abenteuer in Spanien


Man hat in Spanien immer das Gefühl, daß es eine Weltmacht war; häufig begegnet man noch dem Flitter vergangener Größe. Interessant ist das Volksleben, die Tänze auf öffentlichen Plätzen, das Zigeunertreiben, das Aufregende der blutigen Stierkämpfe, die Hingabe der Frauen, die klangvolle Sprache, die äußerste Lebendigkeit in der Komödie und Posse, die Gastfreundschaft, dazu die Fülle der Abenteuer, deren man dort mehr erleben kann, als in anderen Ländern.


Im Alcazar von Sevilla und in Granada lernte ich die Blüte arabischer Architektur kennen und befreundete mich mit dem Architekten Herrn von Diebitsch, der damals in der Alhambra seine Studien machte. Von Cadix ging ich mit einem kleinen vollgepackten Marktboot nach Marokko hinüber; die Fahrt sollte acht Stunden dauern, ein Sturm trieb uns aber vierundzwanzig Stunden umher. In Tanger sah ich zum erstenmal ein Stück fremden Erdteils, das sich mir tief einprägte und auf meine spätere Entwicklung einen großen Einfluß übte. Fast alles war anders wie in Europa, wo die nivellierende Kultur die sonst so verschiedenen Länder in der äußeren Erscheinung ziemlich gleich gemacht hat. Die Trümmer der Beschießung von Tanger und Mogador durch die Franzosen waren, eine Folge der großen Indolenz der Bewohner, noch nicht fortgeräumt. Am Strande (einen Hafen besaß Tanger noch nicht) und vor den Toren der Stadt lagen Hunderte von Arabern, Berbern und Kabylen, die von Algerien hierher verschlagen waren, in Fetzen und Lumpen, unter ebenso zerrissenen Zelten halb nackt umher. Sie machten den Tag zur Nacht. Es war die Zeit des Fastenmonats Ramadan, wo von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang nicht Speise noch Trank genossen werden darf. Ein Unglücklicher, der seinen Durst nicht bezwingen konnte, glaubte heimlich trinken zu können, ohne dabei bemerkt zu werden. Aber das wilde, scharfe Auge des Hafenkapitäns hatte den Sünder erspäht, und sofort riß er, in seinem religiösen Fanatismus, eine Latte vom Zaun, (ein Nagel war darin stecken geblieben) und hieb auf den Armen ein, daß das Blut herumspritzte. Dazu war der Anzug dieses improvisierten Henkers rot vom Turban bis zu den Maroquinschuhen. Das war so ein Stück patriarchalischer Rechtsprechung. Ich mußte ein paar Stunden unter dem wilden Volk warten, ehe ich die Tore passieren durfte, da erst die Pässe revidiert werden mußten, - der meinige durch den schwedischen Generalkonsul; denn wir hatten damals noch keinen Vertreter dort. Ein Russe, der Sohn des Gouverneurs von Sibirien, wurde überhaupt nicht eingelassen und mußte mit dem nächsten Schiff wieder abreisen. Zurück fuhr ich, viele Wochen später - wie hier vorgreifend gleich bemerkt werden mag - auf einem französischen Kriegsschiff, auf dem sich der berühmte französische Kriegsmaler Raffet befand; eben dies Kriegsschiff sollte das hier lagernde algerische Gesindel nach Oran zurückschaffen. Dabei hatte ich denn Gelegenheit, noch manche Seltsamkeiten dieses Gesindels kennenzulernen.

Von Tanger aus besuchte ich die Höhlen der Riffpiraten und die malerische Stadt Tetuan. Dem Pascha derselben hatte ich keinen Besuch gemacht, weil solche Besuche jedesmal mit großen Geldopfern, die ich damals nicht machen konnte, verbunden sind. Er rächte sich aber dafür; denn als ich von Tetuan nach Tanger zurück wollte, gab er mir vier Begleiter mit auf den Weg, für die ich pro Tag zwanzig Dollars bezahlen mußte. Und dabei verlangte er vorweg eine schriftliche Erklärung, dahingehend, ›daß ich ihn nicht verantwortlich machen wollte, wenn mir ein Überfall zustieße‹. Ich blieb nämlich eine Nacht unterwegs, da mir ein Tagesritt von zwölf Stunden, den ich auf der Hinreise gemacht, zu anstrengend war. Meine Begleiter, wie vorauszusehen, schliefen gleich ein, statt abwechselnd die Wache zu halten, weshalb ich sie persönlich übernehmen mußte. Dies wurde mir dadurch leichter, daß wir an einem Orte lagerten, wo kurz zuvor eine Karawane angekommen war, mit vielen im Atlasgebirge eingefangenen Affen, die nun von den scharenweis herbeikommenden wilden Hunden angebellt wurden, was einen Höllenlärm verursachte.

Nach Spanien zurückgekehrt, glaubte ich mich in meine Heimat versetzt, so groß war der Unterschied zwischen europäischem und afrikanischem Leben. In Tanger und Tetuan mußte ich mich durch einen spanischen Dolmetscher mit den Arabern verständlich machen; in Madrid mietete ich mich jetzt in eine spanische Familie ein, um die Sprache schneller zu erlernen. Durch die Liebenswürdigkeit der Damen, besonders der Töchter des Hauses, gelang mir's auch einigermaßen.

Auf der weiteren Rückreise durch Südfrankreich hatte ich einen Unfall, und ward im Gebirge oben vom höchsten Sitz der Messagerie durch Sturz des Wagens wohl zwanzig Fuß herabgeschleudert, derart, daß ich acht Tage meinen Kopf nicht bewegen konnte."

So verlief die genau dreiviertel Jahr umfassende spanisch-marokkanische Reise W. Gentz', die, wie hier parenthetisch bemerkt werden mag, trotz der vorerwähnten kostspieligen Militäreskorte von Tetuan nach Tanger, trotz etlicher "accidents" (darunter der Postwagenunfall) und endlich trotz reichlich in Afrika gemachter Einkäufe, nur gerade viertausend Francs, also etwa tausend Taler gekostet hatte, was nicht ermangeln wird, den Neid aller ungeschickt und teuer Reisenden, zu denen ich mich leider selber zu zählen habe, zu wecken.

Ende 1847 oder Anfang 1848 war W. Gentz wieder in Paris zurück und unterzog sich hier eben der Ausführung seiner mitgebrachten Skizzen, als die Februarrevolution dazwischen trat und ihm Veranlassung gab, auf fast Jahresfrist in seine märkische Heimat (Ruppin) zurückzukehren. Hier entstanden zunächst verschiedene Porträts, darunter die Bildnisse seiner Eltern, worauf er dann, auf längere Zeit, nach Dresden ging, um daselbst einige Kopien italienischer Meister, namentlich Tizians und Correggios, zu fertigen. Die Sehnsucht nach den seiner Kunst so förderlichen Kreisen der französischen Hauptstadt zog ihn aber, im selben Jahre noch, wieder nach Paris zurück, woselbst er nun das Jahr darauf (1849) sein erstes großes Bild malte: "Der verlorene Sohn in der Wüste".

Dies Bild, "Der verlorene Sohn", wurde im Herbst 1850 auch in Berlin ausgestellt und erfuhr daselbst sowohl seitens des Publikums wie der Kritik eine sehr günstige Aufnahme. Die Freude darüber wurde W. Gentz aber nicht unmittelbar zuteil; denn um eben die Zeit, wo die günstigen Beurteilungen in den Blättern erschienen, war er längst nicht mehr in Berlin, auch nicht in Paris, sondern in Ägypten, wohin er schon im März genannten Jahres (1850) seine zweite große Afrikareise, die auch seine größte blieb, angetreten hatte.

Quellenangaben:
Theodor Fontane
Gustav Kühn
Wanderungen durch die Mark Brandenburg
Die Grafschaft Ruppin 1859 bis 1861
Wohlfeile Ausgabe von 1892

 


Reise News + Infos

Mehr Erfolg im Beruf und Geschäftsleben durch sehr gute Englischkenntnisse im Bereich Business English!.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Englischkurse für Unternehmen und Institutionen: Englisch für Maschinenbau und Anlagentechnik, English for mechanical engineering, Englisch für Informatik, EDV und Computertechnik, English for information technology / IT and computer science, Englisch für Forschung und Entwicklung, English for research and development, Englisch für Elektrotechnik und Elektronik, English for electrical engineering and electronics, Englisch für Telekommunikation, English for telecommunication, Englisch für Bauwesen und Architektur, English for the construction industry and architecture, Englisch für die Lebensmittelindustrie, English for the food industry, Englisch für die Metallindustrie, English for the metal-processing industry, Englisch für Bankwesen und Versicherungswesen, Business English for banking, investment, commerce and insurances, Englisch für Werbung und Marketing, English for advertising and marketing, Englisch für Medien, Presse, Verlagswesen, Rundfunk, Fernsehen, Internet, English for the media, the press, publishing, broadcasting, television, the Internet, Englisch für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft, English for agriculture, forestry and hydrology, Englisch für Bildung und Erziehung, English for education, Englisch für Transport und Verkehr, English for transport and traffic, Englisch für die Dienstleistungsbranche, English for services, Englisch für Tourismus, Gastronomie und Hotelgewerbe English for tourism, gastronomy / catering and the hotel trade, Englisch für den Einzelhandel und Großhandel, Business English for the retail trade and wholesale trade, Englisch für die Automobilindustrie und Fahrzeugtechnik, English for the automobile industry and car technology, Englisch für Medizin, Medizintechnik and Pharma, English for medicine, medical technology and the pharmaceutical industry, Englisch für Umweltschutz und Umwelttechnik, English for the environmental protection / ecology and environmental technology, Englisch für Projektmanagement, Business English for project management, Englisch für Kunst, Kultur und Sport English for arts, culture and sports. […]

Read more…

Lehrgangsgebühren im individuellen Einzelunterricht in unserem Sprachstudio und Lernstudio in Der Hauptstadt Mitte .

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Wichtige Vorschläge zu den Lehrgangsgebühren im Einzelunterricht: Neben den Unterrichtsgebühren auftreten keine weiteren Kosten, außer für passendes Lehrmaterial und ggf. Nachschlagewerke, wie Wörterbücher, da unser Sprachstudio und Lernstudio keine Anmeldegebühren ermittelt und von der MwSt. befreit ist. Die Lehrgangsgebühren zur einzelnen "Stundenpakete" können auch in Form von unterschiedlichen Teilbeträgen bezahlt werden, z.B. etappenweise fit von Monatsraten - so wie die Unterrichtseinheiten vom Teilnehmer beansprucht herkunft. Wenn der Singularunterricht als Individualkurs für 2 oder mehr Beteiligter vorbereitet wird, ermittelt unser Sprach- und Lernstudio im Vereinbarung zu den o.g. Lehrgangsgebühren nur einen Aufpreis von 2,50 € pro Unterrichtseinheit (45 Minuten) für jeden weiteren Beteiligter, dass die anteiligen Lehrgangsgebühren pro Teilnehmer dabei wichtig minder sind als beim Singularunterricht für eine Person. […]

Read more…

Web News Marketing News