Trostlos, schuldbewußt,
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Nun
aber begann sich das Leben erst zu regen. Es giebt nichts, womit ich
diese Nacht im Thale Idiz vergleichen könnte, diese Nacht der Flammen
und Fackeln zwischen himmelan strebenden Felsen, diese Nacht der Fragen
und Klagen unter den Verachteten und Geschmähten, diese Nacht unter den
Bekennern einer Anbetungsform, deren Grundzug in der irre geleiteten und
daher unbefriedigten Sehnsucht nach jenem Lichte besteht, das einst den
drei Scheiks leuchtete, die, vielleicht aus dem nämlichen Lande, in dem
ich mich jetzt befand, nach Bethlehem pilgerten, um vor der Krippe das
Bekenntnis abzulegen: Wir haben im Morgenlande seinen Stern gesehen und
sind gekommen, ihn anzubeten. Ich saß bei den Priestern bis lange nach
Mitternacht; dann erloschen die Fackeln, und die Feuer fielen zusammen.
Nur die beiden Flammen am Denkmale brannten noch, als ich mich unter
einem Baume in meinen Burnus wickelte, um den Schlaf zu suchen. Da oben
stand die Urne mit den Gebeinen des Heiligen. Dieser Merdes-Scheitan war
der Unterrichtetste unter allen seinen Glaubensgenossen, und dennoch
hatte er den rechten Weg zur Wahrheit nicht finden können. Wie
glücklich sind jene zu preisen, deren Wiege bereits an diesem Wege
steht, und doch wie schwer wird es ihnen oft, dieses Glück zu erkennen
und zu schätzen! Ich schloß die Augen, und es gelang mir endlich,
einzuschlafen; aber ich träumte von Fackelzügen und Salven, von
Scheiterhaufen und Urnen, aus denen Gerippe stiegen, die mich, den
Christen, mit Grinsen umtanzten. Sie wollten mich ergreifen; da aber
erschien der Pir Kamek, wehrte sie von mir ab und sagte: Er hat ein
heiliges Kitab, darinnen geschrieben steht: Oghuldschikler, sizi
oranizde sewyn-iz Kindlein, liebet euch untereinander!
Quelle:
Carl May's gesammelte Reiseromane
Band II: Durchs Wilde Kurdistan
von 1892 bis 1910
Freiburg im Breisgau Verlag von Friedrich Ernst Fehlenfeld
Druck der Hoffmannschen Buchdruckerei in Stuttgart
www.deutschestextarchiv.de
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Dies ist der Wurm, der nimmermehr In den Verdammten stirbet, Durch den die Seele noch so sehr Als durch das Feur verdirbet. Dies ist der allergrößte Schmerz, Den sie, die Hund, empfinden, Dies macht, daß ihnen Seel und Herz Verdorren und verschwinden. Geh nun, […]