topreisebilder

Internet-Magazin

Ein Brief mit goldenen

Stellen Sie sich eine Welt vor, in der die größte Reise nicht über Ozeane oder Berge führt, sondern durch das Labyrinth der menschlichen Stimme. Eine Welt, in der Grammatik zu […] Mehr lesen

Mehr lesen

Die Landschaft trägt

Es gibt Orte, die atmen nicht nur Luft, sondern auch Vergangenheit. Sie sind durchtränkt von einem stillen Wissen, das in den Wurzeln der Bäume steckt, im Flechtenbewuchs der […] Mehr lesen

Mehr lesen

Wo die Grenzen im Wasser

Der Spreewald bewahrt seine Geheimnisse in tiefen, stillen Fließen und im dichten Grün der Erlen. Hier ist die Zeit nie ganz linear; sie schwingt in Schleifen, und die […] Mehr lesen

Mehr lesen
Panorama-104813 Panorama Server-Hosting Europa USA Asien Panorama Speicherplatz Cloud Hosting

Internet-Magazin für Tourismus, Service, Handwerk, Handel, Industrie...

Die Sakkieh und das Geheimnis des Lebensrades.

Das Wasser der Sakkieh raunte.

Das Wasser der Sakkieh raunte in einer Sprache, die älter war als die Wüste selbst.

Der Kreisbaumeister am Ufer des Nils.

Der alte Kreisbaumeister stand am Ufer des Nils und blickte auf das Wasser, das an diesem Morgen die Farbe von verwittertem Silber hatte. Der Wind trug den Duft von feuchtem Schilf und warmem Sand über die Felder, und in der Ferne hoben sich die Umrisse der Moschee gegen den blassen Himmel ab. Seine Hände lagen auf dem Holz des Sakkieh-Rades, das er vor vierzig Jahren gebaut hatte, und seine Finger spürten jede einzelne Rille, die die Jahre in das Material gefressen hatten. Auf dem Heimweg fand er den Brief. Er lag auf dem Tisch in seiner kleinen Werkstatt, zwischen den Werkzeugen und den Holzschnitzereien, die er für die Kinder des Dorfes anfertigte. Die Schrift war altmodisch, die Tinte verblasst, aber die Worte brannten sich in sein Gedächtnis. Kreisbaumeister, die Sakkieh ruft dich nach Nubien. Komm, bevor die Wüste sie verschlingt. Er las den Brief dreimal. Der Absender war nicht vermerkt, aber die Handschrift erinnerte ihn an etwas, das er vor langer Zeit gesehen hatte. Eine Erinnerung, die sich hinter einem Schleier aus Staub und Jahren verbarg. Er legte den Brief auf den Tisch und blickte aus dem Fenster. Die Sonne stand hoch, die Hitze flimmerte über den Dächern des Dorfes. Er wusste, dass er gehen musste. Die Sakkieh rief ihn, und ein Kreisbaumeister konnte diesen Ruf nicht ignorieren.

Nefret hörte von der Reise am Abend.

Nefret hörte von der Reise am Abend, als der Vater die Kamele belud. Sie stand in der Tür seiner Werkstatt und beobachtete, wie er die Sättel festzurrte und die Wasserbeutel an den Sattelhöckern befestigte. Du gehst nach Nubien, sagte sie. Es war keine Frage. Der Vater drehte sich um. Sein Gesicht war ruhig, aber in seinen Augen lag etwas, das sie nicht deuten konnte. Ja, sagte er. Die Sakkieh ruft mich. Nefret trat näher. Die Wut, die sie in den letzten Jahren gegen ihn aufgebaut hatte, begann in ihrer Brust zu brennen. Er hatte sie nie ernst genommen, nie in ihre Arbeit einbezogen. Sie konnte die Sakkieh genauso gut bauen wie er, aber für ihn war sie nur seine Tochter, eine Frau, die in der Werkstatt nichts zu suchen hatte. Ich komme mit, sagte sie. Der Vater schüttelte den Kopf. Die Wüste ist kein Ort für eine Frau, sagte er. Nefret lachte, ein raues, kurzes Lachen, das keine Freude enthielt. Die Wüste ist kein Ort für eine Frau, wiederholte sie. Aber sie ist ein Ort für deine Tochter? Du hast nie geglaubt, dass ich etwas kann. Du hast mir nie vertraut. Der Vater schwieg. Er knüpfte die Knoten des Sattels fester, ohne sie anzusehen. Sie ist deine Tochter, sagte er nach einer langen Pause. Und sie hat meinen Familiensinn geerbt. Wenn sie mitkommen will, soll sie mitkommen.

Die Karawane zog sich in Bewegung.

Die Karawane zog sich am nächsten Morgen in Bewegung. Es waren nur wenige Männer, ein paar Kamele und die Last, die sie trugen: Wasser, Werkzeuge, Holz für die neue Sakkieh. Der Vater ritt an der Spitze, sein Rücken gebeugt, seine Hände locker auf den Zügeln. Nefret folgte ihm auf einem jungen Kamel, das ungeduldig schnaubte und mit den Beinen stampfte. Der Sand knirschte unter den Hufen, der Wind trug den Geruch von Kamelhaar und trockenem Gras durch die Luft. Sie ritten in Richtung der Thebaïde, jener Region, die der Vater als junger Mann durchquert hatte, als er seine Lehre bei einem alten Baumeister absolvierte. Die Wüste dehnte sich vor ihnen aus, ein endloses Meer aus Gold und Feuer, das in der Mittagssonne zu brennen schien. Nefret spürte die Hitze auf ihrer Haut, den Schmerz in ihren Schenkeln, die Müdigkeit in ihren Knochen. Aber sie hielt durch. Sie würde ihrem Vater beweisen, dass sie stark genug war. Am Abend, als die Sonne in einem Meer aus Rot und Orange versank, schlugen sie ihr Lager auf. Die Männer sammelten Holz für das Feuer, und der Vater saß auf einem Stein und blickte in die Dunkelheit. Nefret setzte sich zu ihm. Worüber denkst du nach?, fragte sie. Der Vater schwieg einen Moment. Über die Sakkieh, sagte er. Über die Sphinx. Nefret runzelte die Stirn. Die Sphinx? Der Vater nickte. Es gibt eine Sphinx in der Wüste, sagte er. Eine alte, vergessene. Sie trägt eine Inschrift, die nur ein Kreisbaumeister lesen kann.

Drei Tage später erreichten sie die Sphinx.

Drei Tage später erreichten sie die Sphinx. Sie lag am Rande der Wüste, halb im Sand versunken, ihr Körper von Wind und Zeit gezeichnet. Die Augen waren blind, der Blick ins Leere gerichtet, aber auf ihrer Brust, genau über dem Herzen, waren Zeichen eingraviert, die in der Mittagssonne glänzten. Der Vater stieg vom Kamel und ging auf das Monument zu. Seine Finger fuhren über die Linien, die in den Stein gearbeitet waren. Das ist die Inschrift, sagte er. Sie erzählt von einer Sakkieh, die der Geist des Wassers baut. Nefret trat näher. Sie konnte die Zeichen nicht lesen, aber sie spürte ihre Bedeutung. Die Sphinx flüsterte, obwohl sie aus Stein war. Was steht da?, fragte sie. Der Vater las langsam, seine Lippen formten die Worte ohne einen Laut. Wer das Rad des Lebens baut, wird den Schutz des Kreises erlangen. Aber wer das Rad des Todes baut, wird die Wüste in sich tragen. Nefret schauderte, obwohl die Luft heiß war. Das ist ein Rätsel, sagte sie. Ja, sagte der Vater. Und ich muss es lösen.

Begegnung mit dem Schlangenbeschwörer.

Einige Tage später, bei einer Rast in einem kleinen Beduinenlager, begegneten sie einem seltsamen Mann. Er trug ein Gewand aus Schlangenhaut, und seine Finger waren mit Ringen bedeckt, die wie Augen aussahen. Ein Schlangenbeschwörer, flüsterte einer der Männer. Der alte Mann trat auf den Vater zu. Seine Augen waren von einem milchigen Grau, aber sein Blick war scharf. Du bist der Kreisbaumeister, sagte er. Der Geist der Sakkieh hat mich zu dir geschickt. Der Vater verneigte sich. Was willst du von mir? Der Schlangenbeschwörer lächelte. In der Thebaïde gibt es einen vergessenen Tempel, sagte er. In ihm liegt ein Geheimnis, das nur ein Baumeister verstehen kann. Aber du musst dich beeilen. Nefret trat vor. Warum sollten wir dir vertrauen? Der Schlangenbeschwörer zog eine Schlange aus seinem Ärmel. Sie wand sich um seine Hand und hob den Kopf, als würde sie Nefret ansehen. Weil die Wüste euch kennt, sagte er. Und sie kennt eure Wege.

Die Thebaïde als Ort der Stille.

Die Thebaïde war ein Ort der Stille. Die Einsiedler lebten in kleinen Höhlen, die in die Felswände gehauen waren, und ihre Gebete hallten durch die engen Täler, die sich wie Narben durch die Wüste zogen. Nefret und ihr Vater folgten dem Weg, den der Schlangenbeschwörer ihnen beschrieben hatte. Sie fanden die Ruinen des Tempels am Ende eines schmalen Canyons, dessen Wände so hoch waren, dass die Sonne kaum hindurchdrang. Das Gebäude war halb verfallen, die Säulen gebrochen, die Decke eingestürzt. Aber die Wand im Inneren war intakt. Auf ihr war eine Sakkieh abgebildet, die größer und kunstvoller war als jede, die der Vater je gesehen hatte. Die Zeichnung war von einer Inschrift umgeben, die er nicht lesen konnte. Das ist die wahre Sakkieh, flüsterte er. Nefret trat näher. Ihre Finger folgten den Linien der Zeichnung. Was bedeutet sie? Der Vater atmete tief ein. Sie bedeutet, dass ich nicht nur eine Mühle bauen soll. Ich soll etwas erbauen, das die Wüste zähmt.

Rast in der Moschee.

Die Reise führte sie weiter, durch die glühende Hitze des Tages und die eisige Kälte der Nacht. Der Vater wurde stiller, seine Gedanken schienen sich immer weiter von ihr zu entfernen. Dann erreichten sie eine kleine Oase, in deren Mitte eine Moschee stand, die älter war als alles, was sie bisher gesehen hatten. Der Imam war ein alter Mann mit einem Bart, der bis zur Brust reichte, und er empfing sie mit einer Gastfreundschaft, die an die großen Mekkakarawanen erinnerte, die einst hier gerastet hatten. Im Inneren der Moschee fand Nefret ein vergessenes Tagebuch. Es lag in einer Nische, versteckt hinter einem losen Stein, und die Seiten waren so vergilbt, dass sie dachte, sie würden zerbröseln. Sie las die ersten Zeilen. Ich bin ein Baumeister aus Nubien. Ich habe eine Sakkieh gebaut, die größer ist als alle anderen. Aber ich habe einen Fehler gemacht. Die Sakkieh hat ein Geheimnis, das den Kreis des Lebens und den des Todes miteinander verbindet.

Der Sklaventransport.

Am nächsten Tag erreichten sie den Rand der Wüste, wo der Sand auf die ersten Felsen traf, die nach Nubien führten. Dort sahen sie eine Kolonne von Menschen, die in Ketten über den Weg getrieben wurden. Sklaventransporte, sagte der Vater leise. Sie kommen aus Oberägypten. Nefret blickte auf die Gesichter der Gefangenen. Sie waren ausgemergelt, ihre Augen leer. Eine junge Frau mit einem Kind auf dem Arm sah sie an, und Nefret spürte, wie ihr das Herz in der Brust schmerzte. Das ist das Werk des Kommandanten, flüsterte einer der Männer. Der Vater erstarrte. Sein Blick folgte den Gefangenen, und in seinen Augen lag eine Dunkelheit, die Nefret noch nie gesehen hatte. Er ist wieder da, sagte er leise. Er hat es nie sein lassen.

Die Botschaft der Sphinx.

In dieser Nacht, als die Sterne über der Wüste standen und der Wind durch die Zelte strich, trat Nefret zu ihrem Vater. Du kennst den Kommandanten, sagte sie. Der Vater nickte. Seine Hände lagen auf den Knien, und seine Stimme war leise. Er war der Mann, der meine erste Sakkieh zerstörte, sagte er. Er hat sie in Brand gesteckt, weil sie den Sklaven gehörte. Ich konnte ihn nicht aufhalten. Nefret schwieg. Sie dachte an den Brief, an die Sphinx, an das Tagebuch. Die Botschaft der Sphinx, sagte sie. Sie spricht vom Rad des Lebens und vom Rad des Todes. Ist der Kommandant das Rad des Todes? Der Vater sah sie an. Seine Augen waren hell, aber schwer. Ja, sagte er. Und ich muss es aufhalten.

Der Weg nach Nubien.

Sie zogen weiter, den Nil entlang, durch die Felder und Palmenhaine, die sich wie grüne Bänder durch die Wüste zogen. Die Karawane wurde größer, als sie sich einer Gruppe von Pilgern anschlossen, die zur Mekkakarawane gehörten. Nefret lernte die Sprache der Reisenden, die Geschichten ihrer Reisen und die Lieder, die sie sangen, wenn die Nacht über die Wüste fiel. Sie lernte, wie man das Feuer entzündet, das Wasser rationiert und die Kamele versorgt. Der Vater beobachtete sie, und in seinen Augen lag eine Mischung aus Stolz und Wehmut. Du bist nicht mehr das kleine Mädchen, das ich kannte, sagte er eines Abends. Nefret lächelte. Ich bin immer noch deine Tochter, sagte sie. Aber ich bin auch eine Baumeisterin.

Das Beduinenlager.

Eine Woche später erreichten sie ein Beduinenlager am Rande der Nubischen Wüste. Die Zelte waren aus schwarzem Ziegenhaar, und die Frauen trugen bunte Gewänder, die im Wind wehten. Der Häuptling empfing sie mit einer Zeremonie, die so alt war wie die Wüste selbst. Es gab Tee, der süß und würzig schmeckte, und Fladenbrot, das noch warm war. Die Männer des Lagers versammelten sich um ein Feuer, und der Schlangenbeschwörer, der sie schon einmal begleitet hatte, tauchte aus dem Dunkel auf. Ich habe euch erwartet, sagte er. Der Vater trat näher. Was weißt du über den Kommandanten? Der Schlangenbeschwörer zog eine alte Karte hervor, auf der der Weg nach Abu-Simbel eingezeichnet war. Er ist dort, sagte er. Er sucht das gleiche Geheimnis, das du suchst.

Das Tagebuch der Großmutter.

Bei einer Rast in einem kleinen Dorf am Nil fand Nefret ein weiteres Tagebuch. Es gehörte ihrer Großmutter, einer Frau, die sie nie kennengelernt hatte. Die Worte waren in einer Mischung aus Arabisch und einer Sprache geschrieben, die sie nicht verstand. Sie gab es dem Vater. Das ist das Tagebuch deiner Mutter, sagte sie. Der Vater nahm es, und seine Hände zitterten. Er las die ersten Seiten, und sein Gesicht wurde blass. Sie hat die Sakkieh gebaut, sagte er leise. Die erste Sakkieh. Die, die der Kommandant zerstört hat. Nefret trat näher. Warum hat sie es getan? Der Vater schluckte. Weil sie wusste, dass die Sakkieh die Menschen verbindet, sagte er. Sie hat geglaubt, dass das Rad des Lebens stärker ist als der Tod. Aber der Kommandant hat es nicht verstanden.

Die Harem.

Der Weg führte sie durch eine Stadt, deren Häuser aus Lehmziegeln gebaut waren, und deren Gassen so eng waren, dass kaum die Sonne hindurchdrang. Der Vater wurde von einem alten Bekannten zu einem Besuch in den Harem eingeladen, wo er eine wichtige Information erhielt. Der Kommandant, flüsterte die Frau, die den Harem bewachte. Er sucht die Sakkieh in Abu-Simbel. Er weiß, dass sie den Schlüssel zum Schutz des Kreises enthält.

Der Widder.

Am Ufer des Nils, kurz vor Abu-Simbel, sahen sie einen Widder. Er stand auf einem Felsen, seine Hörner im Licht der untergehenden Sonne, und starrte in die Richtung, in die sie reisten. Das ist ein Zeichen, sagte der Vater. Nefret blickte auf das Tier. Ein Zeichen für was? Der Vater lächelte, und es war das erste Mal seit Wochen, dass sie ein echtes Lächeln in seinen Augen sah. Es ist ein Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die Tempel von Abu-Simbel.

Die Tempel von Abu-Simbel ragten aus dem Sand wie die Schultern eines schlafenden Riesen. Die Statuen des Ramses standen in einer Reihe, ihre Gesichter zur aufgehenden Sonne gewandt, und im Inneren des Haupttempels fand der Vater die Inschrift, nach der er gesucht hatte. Sie war in den Stein gemeißelt, so tief, dass die Zeit sie nicht hatte zerstören können. Das ist die Botschaft der Sphinx, sagte er. Das Rad des Lebens baut man nicht mit Holz. Man baut es mit Wasser. Die Sakkieh ist nur das Werkzeug. Das Wasser ist das Geheimnis.

Die Begegnung mit dem Kommandanten.

Der Kommandant erschien am nächsten Morgen, umgeben von einer Gruppe bewaffneter Männer. Sein Gesicht war das eines Mannes, der keine Gnade kannte, und seine Stimme hallte durch die Tempelhallen, als er den Vater und Nefret zur Rede stellte. Du hast das Geheimnis gefunden, sagte er. Gib es mir. Nefret trat vor. Das Geheimnis gehört dem Wasser, sagte sie. Und das Wasser gehört der Wüste, nicht dir.

Das Wasser.

Der Vater führte die Männer zu einer Sakkieh, die in der Nähe des Tempels stand. Sie war alt, halb zerfallen, aber ihr Rad drehte sich noch, und das Wasser, das sie förderte, glänzte in der Sonne wie flüssiges Gold. Das ist die Sakkieh meiner Mutter, sagte er. Sie hat sie gebaut, um den Sklaven zu helfen, die durch die Wüste zogen. Sie hat sie gebaut, weil sie wusste, dass das Wasser stärker ist als der Tod. Der Kommandant trat näher, seine Hand ruhte auf dem Griff seines Schwertes. Du hast dich geirrt, sagte er. Der Vater schüttelte den Kopf. Nein, sagte er. Ich habe recht. Das Wasser wird immer stärker sein, weil es das Leben trägt.

Die Entscheidung.

Der Kommandant zog sein Schwert, aber der Vater bewegte sich schneller. Er legte seine Hand auf das Rad der Sakkieh, und das Wasser, das aus dem Nil kam, begann zu steigen. Es war, als würde die Wüste selbst erwachen. Die Felsen erzitterten, der Sand wirbelte auf, und ein Schrei, der tiefer war als jeder menschliche Laut, drang durch die Luft. Das Rad des Lebens, sagte der Vater. Der Kommandant warf sein Schwert weg. Seine Knie gaben nach, und er sank in den Sand. Das Rad des Todes, flüsterte er. Der Vater nickte. Ja, sagte er. Aber das Rad des Lebens hat gesiegt.

Die Rückkehr.

Nefret und ihr Vater kehrten zurück nach Oberägypten. Die Karawane war kleiner geworden, aber ihre Last war größer: das Wissen, das sie gefunden hatten, das Geheimnis der Sakkieh, das sie bewahren würden. Der Vater saß vor seiner Werkstatt, die Hände auf den Knien, und blickte auf den Nil. Du hast es geschafft, sagte sie. Der Vater lächelte. Nein, sagte er. Wir haben es geschafft.

Jahre später kam eine junge Frau zu ihm.

Jahre später, als der alte Kreisbaumeister unter einem Schattenbaum am Ufer des Nils saß, kam eine junge Frau zu ihm. Sie war die Enkelin seiner Tochter, und in ihren Händen hielt sie ein Stück Holz, das wie eine kleine Sakkieh geformt war. Großvater, sagte sie. Bau mir eine Sakkieh. Der alte Mann lächelte. Seine Finger waren steif, aber seine Augen waren hell. Es ist keine Sakkieh, sagte er. Es ist ein Rad. Ein Rad, das das Leben trägt. Er stand auf, nahm das Holz und begann zu arbeiten. Das Wasser des Nils rauschte im Hintergrund, und die Wüste lag still unter der Sonne.


Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen,
Ihr Kartograf der Kuriositäten und globetrottender Geschichtenerzähler

uwR5


*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.

Quellenangaben:
Inspiriert von den düsteren Erinnerungen an einem herbstlichen Vormittag
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

 

weiter =>
 

Internet-Magazin für Informationen + Suche

Mein Trauern

Ach! weiß denn niemand, niemand um mein Trauern? Wie alle Fernen mir prophetisch singen Von meinem künft'gen wundervollen Leben! Von innen fühlt ich blaue Schwingen ringen, Die mehr lesen >>>

Kinder Augen nie gelie

Seit jenen schmerzenreichen Frühlingstagen lieb' ich den Lenz, wie ich ihn nie geliebt, und seine Knospen lieb' ich schmerzlich heiß und pflückt sie gerne, eh' der Sturm sie mehr lesen >>>

Meeresstrand Sand und Wal

Niemals sitze am Strand um ebenfalls in der Natur die Kraft der Sonne glich er dem Kiebitz, der bald links, bald rechts die Beine verschraenkend am Meeresstrande mehr lesen >>>

Ein Mensch mit Oliver am

Es war Mittagszeit. Sie küßt die Sterne ohne Wahl; sie weiß von Gunst und Vorzug nichts. Es trifft den Berg wie auch das Tal die ganze Fülle ihres mehr lesen >>>

Stunde geh vorbei mit

Meine Laute habe ich gehängt an die Wand, hab sie umschlungen mit einem grünen Band. Ich kann nicht mehr singen, mein Herz ist zu voll, Weiß mehr lesen >>>

Die Entdeckung des

Seht, wie dort die Wellen stürmen Auf des Schiffchens nasser Bahn, Schrecklich sich wie Berge türmen Bis zum Firmament hinan. Und mehr lesen >>>

displayced Auto Insekten

Man zeigte den die Abstimmung leitenden Beamten an, dass ein Donnerschlag vernommen worden sei, durch welches Zeichen nach mehr lesen >>>

Draußen wuchs der Sturm

mit der vorschreitenden Nacht zur entsetzlichsten Heftigkeit und ähnelte fast dem, welcher die Gefangenen aus mehr lesen >>>

Dein Versprechen

Und jenes Riesenantlitz, das flammend einst erschien, Erscheint ihm heute wieder, und redet gegen ihn: "So mehr lesen >>>

Machtergreifung der AfD oder

Um die Machtergreifung der AfD bei der sächsischen Schicksalswahl 2019 zu torpedieren wird Die mehr lesen >>>

Menschen, liebten Feeen,

Der Sonne liebster Dichter, dich Byron, ehrten Menschen, liebten Feeen; gefeiter mehr lesen >>>

Das Herz im Leibe

Denn wenn des Glückes hübsche Siebensachen Uns von des Schicksals Händen mehr lesen >>>

Biosphärenreservat Mönchgut

Offener ist das Land am Nordperd von der Seeseite; aber eine nur mehr lesen >>>

Sächsische Münzen, Maße

In Sachsen wurde früher gerechnet nach Thalern zu 24 mehr lesen >>>

Gullivers Reisen - Jonathan

Travels into Several Remote Nations of the mehr lesen >>>

Die Demut

O Herr! gib Demut denen, die da mehr lesen >>>

Kundschafter nach Mossul

Die Priester waren teils mehr lesen >>>

Die Höhle, das schwimmende

Ich wollte nun mehr lesen >>>

Zeitschriften der ganzen

Kurz, mehr lesen >>>


Nutze die Reise und beginne deine Pläne umzusetzen.

Durchführung der Unterdessen hatte aber im Lande die von den liberalen Vereinen aufgenommene Bewegung für die Durchführung der Reichsverfassung eine bedeutende Ausdehnung gewonnen und Petitionen von Leipzig, Dresden und anderen Städten verlangten von König und Regierung Nachgiebigkeit in Sachen der […]
Festung Königstein, Die katholische Kapelle hat historische Bedeutung dadurch erhalten, dass in ihr Böttger, der Alchimist, bei dem heißen Bemühen, Gold zu machen, ungewollt das Porzellan erfand. Wäre dieser Zufall nicht eingetreten, so wäre ihm wohl dasselbe Schicksal geworden wie dem Grafen […]
Sieben Sonnen und Seit gestern weilen wir auf diesem Stern, und niemals ist ein schönerer Morgen wohl auf eine schönere Nacht, wo auch, gefolgt. Den sieben Sonnen wich die Siebenzahl der sanften Silbermonde, die das Amt der Wächter vor dem Liebeszelt versahn und blaß und blässer wurden, stündlich […]

Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Zwinger Dresden

Zwinger Dresden

Der Hut baut, Wie der weiter Strand zum Sophientor. Die Hülle fällt ab von der Seele, und du kannst sie betrachten in ihrer schönen Nacktheit. Sonst ist nicht viel vom Mathematisch-Physikalischer Salon zu berichten. Was tat er denn Großes? Denn der Zwinger ist Minenfrei, […]

Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Lenz und Wonne

Lenz und Won

Nur um deine Stirne spinnt sich kein Traum von Lenz und Wonne; deine Wangen, blasses Kind, rötet dir kein Strahl der Sonne - sei getrost! - So lange noch lindernd deine Tränen fließen, kann aus tiefem Schatten doch einst des Glückes Blume sprießen! Er träumte, er […]

Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Der Brief lautete:

Der Brief

Verratet mich nicht, ich möchte euer Freund sein! Eine mordgierige Räuberbande drüben aus den Indianergebieten plant diese Nacht, euren gefangenen Bürger zu befreien, und sie haben versucht, euch einzuschrecken, damit sich niemand aus dem Hause wagt und ihnen so freie Hand […]