Diamantenpracht
Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht, Ewig verlornes Lieb! ich grolle nicht. Wie du auch strahlst in Diamantenpracht, Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht. […] Mehr lesen
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Lassen Sie mich Sie auf eine poetische Reise entführen, meine lieben Leser, auf die zauberhafte Insel Hiddensee, wo der Dornbusch und das Kloster in all ihrer Pracht auf uns warten. Tauchen wir ein in die Gegenwart, als Gewissheiten und Möglichkeiten eins werden, und erleben wir die Melodie der Natur in ihrer erhabenen Verträumtheit.
Der Dornbusch, eine Strauchmoräne von unvergleichlicher Schönheit, breitet sich vor uns aus. In seinen Diluvialen-Schichten aus Geschiebemergel, Kreide und Ton finden wir eine harmonische Symphonie, die von Sandbänken und Kies unterbrochen wird. Doch der Dornbusch ist mehr als nur das. Er offenbart uns auch den kostbaren Schatz des Alaunschiefers, den majestätischen Uppsala Granit und den furchtlosen Tiger Sandstein. In den Kreideschichten des Dornbuschs ruhen versteinerte Seeigel und Belemniten, stumme Zeugen vergangener Welten.
Von der Steilküste des Dornbuschs schweift unser Blick über die Weiten der Ostsee. Hier, im Verlauf von 10.000 Jahren, formte die eisige Kälte der Eiszeit, die sanfte Wärme der Schmelzzeit und die geheimnisvollen Zwischeneiszeiten das Land. Sturmfluten, die aus dem Skagerrak heranrollten, haben sich in den Dornbusch gegraben und sein Landschaftsbild geformt. Doch ein Damm aus Dioritgestein, der dem Abbruch Einhalt gebietet, schützt nun dieses kostbare Juwel.
Wir folgen dem schmalen sandigen Pfad entlang der Steilküste des Dornbuschs und werden Zeugen eines faszinierenden Schauspiels. Bei jeder Kehre enthüllt sich uns ein neues Gemälde der Ostsee, die Hiddensee umgibt. Entlang des Wanderwegs erblühen wilde Rosenstöcke, Bergjohannisbeeren, Hagedorn, Schlehdorn und Sanddornbüsche, die ihre leuchtenden Farben in den Himmel strecken. Einige Föhren setzen dem idyllischen Bild die Krone auf.
Unser Blick schweift gen Süden, über flaches Land, Vorgärten, Fischerboote und weite Wiesen bis hin nach Vitte. An klaren Tagen reicht der Ausblick bis nach Neuendorf, wo sich die Landschaft in all ihrer Pracht vor uns entfaltet.
Doch es ist der Dornbusch selbst, der uns mit seiner einzigartigen Schönheit fasziniert. Er erhebt sich majestätisch über die Insel, als sei er ein eigenartiger, weltfremder Teil dieser magischen Ostsee-Oase. Vom Scheitel des Dornbuschs grüßt uns ein neuer Leuchtturm, der sich in seiner neuesten Konstruktion erhebt. Er lädt uns ein, in die düstere Pracht des Tannenwaldes einzutauchen und eine lustige Bergfahrt zu erleben. Und oh, welch ein Wunder bietet sich unseren Augen! Von den 72 Meter hohen Gipfeln des Dornbuschs aus öffnet sich vor uns ein Fernblick, der von wahrhaft poesiedurchwebter Einsamkeit erfüllt ist. Pommerns Küste mit den stolzen Türmen Strahlsunds, das ganze Rügenland mit dem imposanten Rugard und dem geheimnisvollen Jagdschlossturm, die Kreidelande Jasmund und die heidebewachsene Insel Wittow mit ihren feurigen Leuchttürmen von Arkona – all das liegt, wenn wir vom Hiddenseer Leuchtturm aus schauen, wie auf einer Landkarte zu unseren Füßen. Und dort schwimmt Hiddensee selbst, wie ein grüner Teppich auf den blauen Wogen, die es umgeben. Ein zarter Schaumgürtel umhüllt den feinen sandigen Weststrand, der uns mit seiner schimmernden Pracht verzaubert. Und so dicht an den Füßen der Dornbuschberge sehen wir die beiden Schwesterortschaften Kloster und Grieben, die nur wenige Minuten voneinander entfernt liegen. Ihre Gebäude sind von alten Laubbäumen umgeben, die schattige Gärten und einen Hauch von Nostalgie erschaffen.
Doch schauen wir nach Norden, wo das Dornbusch-Hochland wild zerrissen ist und sich terrassenförmig zum offenen Meer hinabstürzt. Dort finden wir den sogenannten Enddorn und das malerische Grieben, das mit seinen Uferformationen aus lichten Thone den „Wissower Klinten“ von Saßnitz ähnelt.
Lasst uns eintauchen in die Magie dieses Ortes, meine verehrten Leser, und lassen wir uns von der erhebenden Stimmung, der verträumten Atmosphäre und dem gelassenen Tonfall dieses Essays mitreißen. Erforschen wir die Geheimnisse des Dornbuschs und des Klosters auf Hiddensee, einer Oase der Natur, die uns mit ihrer zeitlosen Schönheit in den Bann zieht.
Quellen:
Dornbusch- Die Insel Hiddensee bei Rügen - Seite 90
Aus Arthur Schuster’s Führer durch die Insel Rügen
Mit einer Reisekarte der Küsten und Dampferlinien und fünf Spezialkarten
Von Gustav Müller - Kartograph beim großen Generalstab
Auflage 21.-25. Tausend
Verlag von Arthur Schuster - Stettin 1905-1906
*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen 100 Jahre, durch den 1. und 2. Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.
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